Wer ist die AGOV?

Die Arbeitsgemeinschaft Ostfriesischer Volkstanzgruppen (AGOV) ist der Dachverband aller Volkstänzer in Ostfriesland. Sie wurde 1976 von zehn Gruppen, die es zu der Zeit bei uns gab, als Nachfolger des Ostfriesischen Jugendwerkes gegründet.
 
Etwas mehr als die Hälfte aller Mitglieder sind Jugendliche oder Kinder. Der Verband ist eingetragener Verein mit Sitz in Aurich/Ostfriesland und als gemeinnützig und förderungswürdig anerkannt.
 
Der Verein widmet sich allen Gebieten der Kultur- und Brauchtumspflege. Schwerpunkte bilden dabei die Beschäftigung mit Volkstänzern und Trachten und die Pflege und Erhaltung der regionalen Sprache.
 
Er fördert die menschlichen und kulturellen Beziehungen zu anderen Völkern durch die Mitwirkung an Kulturaustauschprogrammen im In- und Ausland. Die AGOV arbeitet in verschiedenen Gremien der Ostfriesischen Landschaft mit.

Was macht die AGOV?

Es gibt in Ostfriesland keine ungebrochene Volkstanztradition wie in manchen anderen Regionen Europas. Sicherlich haben auch unsere Vorfahren für bestimmte Gelegenheiten, wie z.B. Hochzeiten oder Erntefeste, ihre Tänze gehabt, doch sind die meisten leider verloren gegangen.
 
Heute sind, außer in den Volkstanzgruppen, überlieferte Tänze kaum noch bekannt. Eine der Hauptaufgaben unseres Verbandes sehen wir in der Sammlung und Rekonstruktion dieser Tänze.
 
Die älteste bekannte Quelle für einen Tanz in unserer Gegend ist das Fragment einer friesischen Hirtenballade aus dem Mittelalter mit dem Namen Buske di Remmer.
 
Leider gibt es bei uns auch keine vollständig erhaltenen Trachten mehr. Für die möglichst originalgetreue Nachbildung stehen uns mit dem “Hausbuch “ des Unico Manninga, der die Bekleidung seiner Mitmenschen im 16. Jahrhundert beschreiben und zeichnen lassen hat, und der Ostfriesischen Volkskunde von Pastor Lüpkes allerdings zwei anerkannte Quellen zur Verfügung.
 
Das Tanzprogramm - in plattdeutscher Sprache natürlich, sondern Tänze aus dem gesamten niederdeutschen Kulturraum und dem angrenzenden Ausland. Viele davon sind einfache Kreis- oder Paartänze, die leicht zu erlernen sind und sich deshalb zum Mittanzen besonders gut eignen.
 
Ein fester Bestandteil in unserem Programm ist deshalb ein Workshop: Volkstanz nicht zum Anschauen, sondern zum Mitmachen. Ansonsten bemühen wir uns darum, unsere Tänze in einen sozialen Kontext zu stellen, bzw. mit ihnen ihre Geschichten zu erzählen, indem wir das dazugehörige Brauchtum mit in das Programm einbeziehen.

Woher kommt die AGOV?

Ostfriesland liegt in der Nordwestecke Deutschlands an der Nordseeküste in direkter Nachbarschaft zu den Niederlanden.
 
Es bildet eine Art Halbinsel zwischen der Emsmündung mit dem Dollart und den Jadebusen. Dollart und Jadebusen sind zwei Meeresbuchten, die vor langer Zeit durch große Sturmflutkatastrophen entstanden sind.
 
Wie bei den Nachbarn in West- und Nordfriesland ist seit Urzeiten der Küstenschutz unsere vornehmlichste Aufgabe und die ständige Auseinandersetzung mit den Naturgewalten hat das Wesen der Küstenbewohner stark beeinflußt.
 
Der Ostfriese gilt als stur, freiheitsliebend und bodenständig. Während noch vor einigen Jahren die meisten Menschen unserer Region von der Landwirtschaft lebten, werden heute immer mehr bäuerliche Betriebe aufgegeben. In der Arbeit auf einem Bauernhof sehen junge Leute heute nur noch selten eine erstrebenswerte Perspektive. Da es aber auch nur wenig industrielle Arbeitsplätze gibt, ist die Arbeitslosigkeit für viele Familien ein großes Problem. Als Alternative bietet sich in der letzten Zeit der sich gut entwickelnde Tourismus mit “Ferien auf dem Bauernhof” an.